La Palma nach dem großen Feuer 2016

Bis auf die beiden Inseln Lanzarote und Fuerteventura sind alle kanarischen Inseln bewaldet und Wald heisst im Sommer immer: hohe Waldbrandgefahr. Und tatsächlich brennt es im Sommer fast immer auf einer der Inseln. im Jahr 2009 brannten Teneriffa, La Gomera und La Palma gleichzeitig. Das Feuer stellte die Einheimischen und auch die Löschkräfte vor riesige Herausforderungen. Die letzten 3 Winter waren sehr regenarm auf La Palma, infolgedessen ist die Natur regelrecht ausgedörrt, so auch die Kiefernwälder.
Die Kanarische Kiefer ist ein kleines Wunder der Natur. Immerhin besteht fast ein Drittel der Insel La Palma aus Kiefernwäldern. Die Kanarische Kiefer hat sich über Millionen Jahre in vulkanischer Umgebung
auf das Wachsen direkt auf Vulkanhängen optimal an ihre Umgebung angepasst. Ihre feinen, bis zu 30 cm langen Nadeln durchkämmen förmlich die feuchten Passatwolken und lassen sie tröpfchenweise zu Wasser kondensieren.
Die Wälder, die jetzt durch den Brand zerstört sind, werden sich in 2 – 3 Jahren wieder vollkommen erholt haben und in neuer Schönheit erstrahlen.

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Verbrannnte Kiefern auf La Palma

Dieses Feuer im August 2016 war außergewöhnlich, nicht nur durch seine Entstehung. Acht Tage wütete der Brand auf der West- und auf der Ostseite. 9 Hubschrauber waren im Einsatz und von Festland kamen noch einmal 3 Löschflugzeuge. Es wurden Feuerwehrleute von allen Inseln und auch vom Festland zur Hilfe geholt. Man kann dieses Menschen nicht genug danken, die in ihrer Ausrüstung rund um die Uhr versuchten, das Feuer unter Kontrolle zu bekommen und letztlich auch bekamen.

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Hubschraubereinsatz gegen das große Feuer

Die Hubschrauber und die Löschflugzeuge flogen pausenlos von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang, man wird sprachlos, wenn man das so hautnah miterlebt. So nah wie das Feuer an den Siedlungen auch war – es ist tatsächlich kein Haus komplett abgebrannt. Und das liegt nicht alleine an den Feuerwehrmännern, auch die Bevölkerung hat dabei tatkräftig mitgeholfen.

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Das Feuer bedrohte auch einige Wohngebiete.

Zwar kommt die Policia Local und auch die Guardia Civil in die Siedlungen, um die Bevölkerung zu evakuieren. Aber die Palmeros (und auch die wenigsten „Extranjeros“ = ausländische Residenten) lassen ihre Häuser nicht alleine. Sie stehen tapfer da mit ihren Wasserschläuchen und „bewässern“ ihren Besitz. Wenn kein Schlauch vorhanden ist, bilden sie Menschenketten, die aus den Tanks oder auch aus Brunnen das Wasser mit Eimern holen. Alte und Kinder, die lässt man natürlich gehen, aber der Rest der Familie bleibt und unterstützt die Arbeit der Feuerwehr. So ist das bei jedem Brand und wenn das eigene Haus nicht mehr in Gefahr ist, dann geht man zu dem Nachbarn, der vielleicht noch Hilfe braucht. Oftmals ist es auch nur diesen Menschen zu verdanken, dass kein Haus abgebrannt ist, denn zu manchen Häusern käme gar kein Feuerwehrauto hin. So wichtig für die Insel La Palma die Rettungskräfte auch sind: ohne diese vielen privaten „Feuerwehrler“ wäre der Brand anders ausgegangen.

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Brandschäden des großen Feuers 2016

Am besten wäre es natürlich, es würden keine Brände mehr entstehen. Allerdings haben sich bei der Wetterlage „30 / 30 / 30“* auch schon Brände selbst entzündet. Auch eine Glasflasche, die achtlos liegen gelassen wurde, hat schon so manches Mal, einen Brand ausgelöst. Das geschieht dann durch die Form der Glasscherben oder Flaschen, welche dann die Funktion eines Brennglases übernehmen.
*Die Wetterlage „30 / 30 / 30“ bedeutet:
–    Temperaturen über 30°C
–    Luftfeuchte unter 30 %
–    Windstärke über 30 kmh

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Verbrannte Kiefern – tzotz des Feuers ist aber noch Grün zu sehen

Und noch eine andere Geschichte hat hier die Runde gemacht. Manchmal greift die Guardia Civil durch, besser gesagt, sie hat den Befehl, die Häuser zu evakuieren. Aber ein findiger Palmero hat der Guardia Civil wohl ein Schnippchen geschlagen. Er sollte sein neuerbautes Haus räumen und weigerte sich. Die Guardia Civil aber meinte, dass, wenn er nicht freiwillig mitkäme, würden sie ihn abführen und eine Strafe bekäme er auch noch. Der Palmero, nennen wir ihn Pepe, zeigte endlich ein Einsehen und rief seinen Vater an, der ihn abholen solle. Der Vater kam auch mit seinem Auto und  Pepe stieg ein. Allerdings saß im Kofferraum  des Wagens der Bruder von Pepe und der passte nun weiter auf das Haus auf. Und das Haus – hat natürlich den Brand überlebt.

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Es brannte nahe am Haus…

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